Testberichte

Testbericht der Fachzeitschrift “Film & Viedeo” BDFA-Zeitschrift 1/01

von Dr. Gert Richter

„Ehe der Hahn dreimal krähet...“

Sie wundern sich über diese Titelzeile? Sie werden sofort aufgeklärt! Nämlich ehe der Hahn dreimal krähen kann, brauchen Sie nur unter der Playliste „Geräusche“ das Unterverzeichnis „Haus und Hof“ anzuklicken, in der sich öffnenden Playliste das gesuchte Geräusch zu aktivieren und schon kräht der Hahn, was Sie auf dem Player, der auf dem Bildschirm erscheint, angezeigt sehen, einmal als Titel und einmal als Hüllkurve. Und natürlich können Sie den Hahn dreimal krähen lassen...Sie wissen noch immer nicht, was das alles soll? Nun denn. Die Rede ist von einer interessanten Neuerscheinung, die Filmern bei der Nachvertonung (besonders PC- Und „Casablanca“-Nutzern) helfen will: „Volks Videotonarchiv“ heißt die Produktion und wurde geschaffen in Form einer CD-ROM von der Firma „Video+ TV Volk“ in Wetzlar. Sie enthält nicht weniger als 2000 (!) Klangeffekte, Geräusche, Hintergrundmusik, Intros und Klangereignisse aller erdenklichen Art. Dieses Werkzeug soll Ihnen die Nachvertonung Ihrer Videos hinsichtlich besonderer Klangereignisse besonders leicht machen. Sie wenden ein, daß Sie doch bereits eine ziemliche Sammlung mit Musikstücken hätten und auch noch Geräuschplatten besäßen. Gut, aber das macht Volks Videotonarchiv keineswegs überflüssig. Denn haben Sie schon einmal bei den herkömmlichen Musik- und Geräuschsammlungen versucht, auf Anhieb punktgenau das Ereignis (also zum Beispiel den Hahnenschrei) zu treffen? Das ging – wie ich aus eigener Erfahrung weiß – besonders bei Geräuschplatten auf LP-Basis nur sehr mühsam, umständlich und dauerte ewig. Hier liegt eben der unschätzbare Vorteil der pfiffigen Idee von Herrn Volk: die CD-Rom mit ihrem schier unerschöpflichen Vorrat bietet Ihnen den sofortigen Zugriff auf das gewünschte Tonereignis! Und das punktgenaue Überspielen! Die zeitraubende Sucherei, die so manchen letztendlich davon abhielt, wirkungsvolle Klangeffekte einzusetzen, hat ein Ende.

Sie wenden des weiteren ein: wozu brauche ich denn heute noch ein Geräuscharchiv, schließlich nimmt mein Kamcorder den Ton gleichzeitig mit dem Bild auf!? Richtig. Das habe ich zunächst auch gedacht. Doch dann leuchtete mir ein: das nützt nicht immer etwas. Es könnte sein, daß Sie den O-Ton aus irgendeinem Grund nicht gebrauchen können, oder daß Sie genau an einer bestimmten Stelle „den Hahn krähen“ lassen müssen – und Sie haben keinen Hahn! (Aufgenommen natürlich). Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum dieses neue Videotonarchiv sehr bald ein unentbehrlicher Helfer sein kann.

Der Haupteffekt ist: sofortiger und präziser Zugriff auf alles, was die CD-Rom anbietet, dank eines speziellen Komprimierungsverfahrens in bester CD-Qualität.

Bei der Zusammenstellung des Geräuschdepots haben die Schöpfer dieser CD wirklich an so ziemlich alles gedacht, was in dieser weiten Welt (und also auch in unseren Filmen) an Geräuschen vorkommen kann, man wird also kaum in Verlegenheit kommen, wenn man etwas Bestimmtes sucht, zumal die Suche auch noch leicht und schnell vonstatten geht: ob Haushalt, Bauernhof, Straße, Flughafen, Bahnhof, Strand, Natur und vieles, vieles mehr – alles da, was man braucht! Die Geräusche sind aber keineswegs das einzige, wie ich schon angedeutet habe. Ich besitze selber eine sehr große Musiksammlung, die mir meist liefert, was ich brauche. Doch es gibt spezielle Vertonungsaufgaben, die durch Volks Videotonarchiv leichter zu lösen sind. Zum Beispiel brauchen Sie für die Einleitung (oder auch den Abspann) Ihres Films eine Musik, die aber nur 20 oder dreißig Sekunden dauern soll. Natürlich, sie können den Anfang einer passenden CD abspielen und entsprechend nach 30 Sekunden abwürgen. Das geht, aber es klingt nicht gut. Da eignen sich die „Intros“ auf dieser CD-ROM viel besser, denn sie sind speziell für solche Zwecke gemacht, wirken dramaturgisch richtig und organisch passend. Ebenso willkommen dürften die „Jingles“ für die Unterlegung kurzer Szenen sein, deren man hier eine Fülle findet. Und haben Sie schon einmal daran gedacht, nicht nur wirkungsvolle Übergangseffekte optischer Art für Ihren Film zu verwenden, sondern diese Effekte auch akustisch zu untermalen? Das kann die Wirkung ganz erheblich steigern und die „Effektklänge“ dieser CD-ROM verhelfen Ihnen mit einem Mausklick dazu.

Sie haben aus dem bisher Gesagten natürlich schon gefolgert: die CD-ROM ist für PC-Nutzer bestimmt (die Voraussetzungen sind bescheiden) und am wirkungsvollsten läßt sich dieses Videotonarchiv einsetzen, wenn man seine Filme auf PC oder – optimal – auf „Casablanca“ bearbeitet. Hier ist die direkte Zuspielmöglichkeit ideal.

Die Bedienung ist kinderleicht: CD-ROM in den PC einlegen, die Gesamtübersicht aufrufen, in der Titelliste das Gewünschte auswählen, auf dem Audioplayer, der auf dem Bildschirm erschienen ist, probeweise abspielen und dann direkt per Mausklick auf Ihr Vertonungssystem oder direkt auf die „Casablanca“ überspielen - punktgenau!

Die Konzeption dieser VD-ROM ist so durchdacht, so sehr am praktischen Filmerbedürfnis ausgerichtet, daß mir (nach allerdings erst kurzem Gebrauch) kein Mangel oder Makel aufgefallen wäre. Fazit: Anschaffung empfehlenswert! Für die wirklich nützliche Unterstützung bei der Nachvertonung braucht man seinen Geldbeutel nicht zu strapazieren: 29,- Euro  incl. MwSt., plus Versandkosten – und Sie sind dabei.

G. R.

Testbericht der Fachzeitschrift “Videofilmen” 2/01

[Aktuell] [Wings Platinum 4] [Seminare] [Tonarchiv] [Beschreibung Tonarchiv] [Playlisten] [Testberichte] [Bildergalerie] [PAL Filme] [HDV Filme] [Gästebuch] [Links] [Kontakt] [Impressum] [Ferienwohnung]